Nahrungsplus
Hier finden Sie alles rund um das Thema Nahrung

Billege Tüten und mehr Essen – Der Pressekodex gilt auch für Verleger

essend ihr scheint ja alle irgendwie höllisch viel Zeit und Platz zu
> haben.
Man hat immer so viel Zeit, wie man sich nimmt. Aber das ist ja genau
das, was ich sage: Prioritäten setzen.
> Das ist übrigens ein Irrgluabe – ich habe mir mal die Mühe gemacht,
> das auszurechnen, was mich wieviel kostet. Selbst die Zeit aussen
> vorgelassen kostet mich das Fertigpfannengemüse genauso viel wie
> selbstgemachtes, die Bratwurst kommt mich gar wesentlich teurer als
> das gleiche Ding aus der nächsten POommesbude. Ganz extrem wurde es
> bei Gemüsesuppe (eine meiner persönlichen Spezialitäten mit einem
> rezzept meiner Mutter :) ): Mit frischen Zutaten war sie fast 5x
> teurer als einfach nen Tüte auszureissen mit tiefgefrorenem
> Fertiggemüse – bei dem ich mich darüber hinaus darauf verlassen kann,
> daß es tatsächlich “frisch” ist, im Gegensatz zu dem Krempel, den ich
> so manches mal in den Obst- und Gemüseläden zu sehen bekomme) -
> schmeckte zwar anders, aber nicht schlechter.
Das ist eine völlig falsche Rechnung, denn selbstgekochtes aus
frischen Zutaten ist wesentlich nahrhafter, d.h. Du mußt merklich
weniger über Tag verteilt essen. Selbstgebackenes Brot macht mich
nach zwei Scheiben proppesatt und das für mehrere Stunden, dieser
Eßschaum vom Bäcker macht mich nach 1-2 Stunden wieder hungrig.
Gleiches gilt für eine selbstgebackene Pizza vs. TK-Pizza, für einen
selbstgekochten Eintopf vs. Dose etc. Das hat auch ganz simple
Gründe:
Es ist nämlich ein weit verbreiteter Irrglaube, dass der
Geschmacksinn lediglich ein Spaßsinn zur hedonistischen Befriedigung
ist, wie uns das die Snackindustrie weismachen will. In Wahrheit ist
dieser Sinn wohl einer der wichtigsten überhaupt, denn wie hätten
unsere Vorfahren wissen sollen, was giftig/verdorben etc. ist und was
nicht? Der Hauptteil der im Industriefood verwendeten Aromen dient
nicht mal zur Simulierung irgendeines nicht vorhandenen Geschmacks,
sondern vor allem zur Überdeckung unangenehmer Geschmäcker, die durch
die industrielle Verarbeitung oft entstehen. Gäbe es diese Aromen
nicht, würde garantiert kein Mensch mehr diesen Junk zu sich nehmen.
Aber schon die schlichte Simulierung von Geschmack ist bereits
problematisch, denn der Geschmack bereitet den Körper für die
Verdauung vor, in dem er ihm “mitteilt”, was auf ihn zu kommt. Aber
hier verarschen Aromen den Körper, ganz besonders schlimm bei
Süßstoffen, die inzwischen in fast allen “Lebensmitteln” vorhanden
sind, meist gar nicht mal zum süßen, sondern eben zum überdecken von
unangenehmen Geschmäckern. Süßstoffe suggerieren dem Körper die
Aufnahme von Zucker, d.h. die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin,
dass dann aber keine Glucose zum Abbauen findet, die Folge ist ein
Absenken des Insulinspiegels und damit wieder Hunger nach wenigen
Stunden. Dies gilt aber nicht nur bei Insulin, auch bei Enzymen zur
Fleischverdauung etc. Jeder, der mal ein bißchen auf seinen Körper
achtet, wird das selbst bestätigen können. Aber dazu fehlt ja
heutzutage die Zeit und die Muße – man muß ja immer ordentlich
schaffe, schaffe könnet, um sich Häusle uns heiligs Blechle leiste zu
könnet.
Glaub mir, früher habe ich mich auch hauptsächlich von Fast- und
Fertigfood ernährt und war stets ein guter Esser mit allen Folgen für
die Figur. Seitdem ich mir angewöhnt habe, jeden Tag einen Salat
und/oder etwas Obst und morgens unter der Woche eine Schüssel
Vollkornmüsli mit Weizenkleie zu futtern, brauche ich nur noch eine
volle Mahlzeit am Tag (Teller Nudeln mit Soße oder ein Risotto oder
ein Steak oder Lachs oder …), trotz regelmäßigem Sport. Im
Endeffekt sind meine Kosten für Essen vielleicht im direkten
Preisvergleich leicht teurer (durch’s weniger essen gleicht sich aber
schon viel aus – wie gesagt, ich hab nur 300 monatl. für Essen,
Klamotten, Feiern, Bücher,…), aber der Mehrgewinn an Gesundheit
durch mehr Gehalt in der Nahrung ist wesentlich größer, auch spürbar
auf Verdauung, Immunsystem und allgemeinem Wohlgefühl. Und der Genuß
sowieso, denn Fertigfood schmeckt eh immer gleich, egal ob Fleisch,
Gemüse oder Fisch.
>
Und ich finde kochen extrem lästig und als pure Zeitverschwendung -
> obwohl ich es kann.
> Und nu?
Nu mußt Du selbst entscheiden, dazu hast Du ja das gute Recht. Ich
kann Dir nur zu bedenken geben, wie ich das Thema Ernährung sehe.
> > Außerdem ist Ernährung eine Fähigkeit, die immer mehr verloren geht.
> > Immer weniger Familien kochen noch richtig, immer weniger Eltern
> > bringen es ihren Kindern bei. Gerade unter Studenten ist die Mehrheit
> > absolut unfähig, was das angeht.
>
> Das gleiche gilt auch für reiten, Musik machen, Boden bestellen,
> Pfanzenkunde, Tierkentnisse, nähen ect. p.p. – gegenwärtige in der
> Gesellschaft “unnütze” Fertigkeiten werden halt nicht mehr gelehrt -
Naja, also ob die Fähigkeit zur gesunden Ernährung “unnütze” ist,
bezweifle ich, denn Krebs, Astereoklerose, Allergien etc. sind in
unserer Gesellschaft nun mal eine Tatsache, die nicht besser sondern
schlechter wird. Ob Nicht-Reiten Darmkrebs verursacht? Eine zu fette,
vorwiegend tierische Nahrung aber u.U. schon. Außerdem wird sich
unsere Gesellschaft in Richtung Natur wandeln MÜSSEN, da bleibt uns
gar nichts anderes übrig, denn dank Peakoil – den ich deswegen gar
nicht erwarten kann :-) – wird sich Industriefood bald nicht mehr
rechnen.
Gruß, Z.

Leave a Comment

You must be logged in to post a comment.