Genau, wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen! – Im Zeichen der Wohlfahrt
> Leider lohnt sich eine solche Ausschreibung schon deshalb nicht, weil
> der Auftraggeber quasi zahlungsunfähig ist und gerade noch die
> laufenden (Sozial-)Kosten tragen kann.
Wenn du wüsstest, wofür dieser Auftraggeber immer noch Mittel hat.
Erstens. Und zweitens, wenn denn Mittel fehlen, könnte das auch
bedeuten, dass er zu viele Einnahmequellen nicht nutzt, anstatt immer
nur dass er zuviele Ausgaben hat. Schon hier zeigt sich, dass
Antworten wie deine immer nur einen Teil der Realität herausgreifen,
um so mit Halbwahrheiten eine bestimmte politische Zielrichtung zu
propagieren.
> Außerdem kann man nicht immer nur am äußeren Design arbeiten, die
> Inhalte müßten der Realität angepaßt werden: Maximaler persönlich
> geprägter Service für die leistungsbereiten Eigenverantwortlichen,
> notwendige Hilfe mit effektiver, druckvoller pädagogischer
> Einflußnahme für wenig Motivierte Leistungsempfänger (keine
> Abfertigung von alkoholisierten oder vollgedröhnten “Kunden”) im
> Sinne einer echten, wehrhaften Für-Sorge mit klaren Regeln aber auch
> Ermessensspielraum für Helfer. [usw. usw.]
Auch du hast immer noch nicht verstanden, dass unsere Gesellschaft,
unsere Volkswirtschaft mit “Leistungsbereitschaft” überhaupt nichts
mehr anfangen kann, nachdem nur mehr die Leistungsbereitschaft von
weniger als neun Zehnteln der arbeitsfähigen Bevölkerung überhaupt
gebraucht wird, um die volkswirtschaftliche Produktion
hervorzubringen. Die Übriggebliebenen, die Arbeitslosen, das sind
die, deren Leistung die Volkswirtschaft nicht mehr braucht, und die
sollen für ihr Recht auf ein menschenwürdiges Dasein jetzt noch mehr
“Leistungsbereitschaft” zeigen? Für nichts und wieder nichts, im
modernen Gladiatorenkampf von viereinhalb Millionen Arbeitslosen um
Arbeitsplätze, die nicht existieren? Darin besteht deine
“Eigenverantwortlichkeit”, ein widerlicher Euphemismus, der auf
deutsch letztlich nur den Zwang bedeutet, für die arbeitende
Bevölkerung den Hampelmann zu machen, damit die einen nicht am
ausgestreckten Arm verhungern lässt. Aber wer in Beschäftigung ist
oder ein florierendes Geschäft betreibt und sein Hauptproblem darin
besteht, dass er nicht weiss wo er seinen Zweitwagen parken soll, für
den bleiben derlei Zusammenhänge anscheinend weiterhin hinter den
Scheuklappen eines primitiven Sozialneids (wer nicht arbeitet, soll
auch nicht essen) verborgen.
d. d.
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